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Der Gesundheits-Tipp - Herz und Reisen

Tropen – kein Paradies für Bluthochdruckpatienten

Ferien im Dschungel? Bergsteigen im Hochgebirge? Ein Flug nach Neuseeland? Welche Risiken lauern dort? Dr. Hans-Jürgen Lieschke, Chefarzt der Waldeck Klinik in Bad Dürrheim klärt über geeignete Reiseziele und gesunde Ferienaktivitäten auf.

Als ungünstige Reiseziele gelten tropische Länder mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Durch das starke Schwitzen und den extremen Flüssigkeitsverlust besteht die Gefahr einer Blutdruckentgleisung sowie eines Mineralverlustes und damit einer Veränderung der Medikamentenwirkung. Ebenso unzuträglich für die Gesundheit sind stundenlange Sonnenbäder am Strand, da das Aufheizen des Körpers den Blutdruck steigert. Ratsam ist auch das Tragen leichter Baumwollkleidung, um einen Hitzestau zu vermeiden.

Bluthochdruckpatienten dürfen grundsätzlich mit Passagiermaschinen fliegen. Dr. Lieschke warnt aber vor Kleinflugzeugen ohne Druckkabinen und vor Langstreckenflügen. Da zur Bluthochdrucktherapie Entwässerungsmedikamente gehören, besteht bei langer Unbeweglichkeit die Gefahr einer Beinvenenthrombose oder Lungenembolie. Vorbeugend kann man sich Heparinspritzen zur Blutverdünnung verordnen lassen. Dr. Lieschke empfiehlt einen Gangplatz, um während des Fluges für Bewegung

zu sorgen. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme ist das Mitführen der Medikamente im Handgepäck. Der Mediziner rät bei Reisen in andere Zeitzonen zur möglichst raschen Anpassung der Medikamenteneinnahme an die jeweilige Lokalzeit.

Bei einem Aufenthalt in den Bergen muss man sich langsam akklimatisieren und Wanderungen sorgsam dem Leistungsstand anpassen. Dazu gehören der Verzicht auf Gewaltmärsche und auf Touren mit großer Höhendifferenz. Ein erhöhtes Risiko besteht auch für Bluthochdruckpatienten bei einer Kombination mit einer Herzerkrankung, so Dr. Lieschke, in Seilbahnen und Schwebebahnen.

Zu besonderer Vorsicht ruft Dr. Lieschke bei noch nicht ausreichend eingestellten Blutdruckwerten auf. Starke sportliche Anstrengung und Schwimmen sind darum tabu, solange bis die Wirkung der blutdrucksenkenden Medikamente die Blutdruckwerte stabilisiert habe. Ratsam ist auch ein Check durch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, um zu schauen ob der Herzmuskel bereits eine Schädigung hat.

Für alle Bluthochdruck-Patienten gilt besondere Vorsicht beim Saunabesuch. Die Trockensauna sei geeignet. Auf das Dampfbad muss aber ebenso verzichtet werden wie auf das Tauchbecken. Durch das eiskalte Wasser kann der Blutdruck auf lebensbedrohliche Werte von über 300 mm Hg steigen. Nach Herzinfarkt sind Kaltwassergüsse auf die Brust  zu vermeiden.


Fragen zu Bluthochdruck- und Herzkreislauf-Problemen
werden gratis am Herz-Kreislauf-Telefon der Deutschen Hochdruck Liga
von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr unter Telefon 06221/47 48 00 beantwortet.